Generation Z - gefangen im digitale Konsum

Zur Generation Z gehören die jenigen Menschen, die zwischen 1995 und 2005 geboren sind. Also die, die ihre Kindheit noch großteilig ohne Smartphone verbracht haben und erst in ihrer Jugend damit konfrontiert wurden. Die Besonderheit ist hierbei, dass zwei Welten aufeinander gestoßen sind und nicht wie heutzutage die Kinder bereits im frühen Grundschulalter Zugriff auf alles mögliche hatten.

Meine Generation hat jedoch ein großes Problem, welches nicht nur ihr vorbehalten ist, sondern auch viele andere Altersgruppen trifft. Der Überkonsum von digitalen Medien. In Maßen ist die Aufnahme von Informationen sicherlich gesund, bei der Rate, welche sich jedoch zur neuen Norm eingestellt hat, ist das nicht mehr anzunehmen.

Ist das wirklich ein Problem?

Ja, ich bin überzeugt, dass es nicht gesund für den Menschen ist, teilweise bis zu 8 Stunden damit zuzubringen sich mit Informationen vollladen. Unser Gehirn ist schlichtweg nicht darauf ausgelegt so viele Impulse zu verarbeiten. Ja klar, wir können das aufnehmen und urzeitlich sind wir so veranlagt, dass wir möglichst viele Informationen aufnehmen wollen, um uns zu schützen. Diese Menge oder eher schon als Flut definierbare Masse, führt zu einer Überstimmulierung des Gehirns. Es gibt auch bereits erste Ergebnisse dieser Jahre an Informationsflut. Die Rate der Angst und Furcht vor der Zukunft steigt und steig, psychologische Probleme werden ebenso häufiger. Allsamt ist davon auszugehen, dass dieses aggressive konsumieren einen lehrt sich mehr abzulenken, anstatt sich darauf zu konzentrieren, was vielleicht wirklich zu tun ist.

Klar man kann viel lernen

Natürlich gibt es ebenfalls viele Creator, die wunderbare Inhalte schaffen, welche zugleich lehrreich sind und ebenfalls ein bisschen Humor reinmischen. Aber selbst da fällt mir auf, ist es oftmals wichtig nicht bis in die Ewigkeit Input zu bekommen, sondern irgendwann auch in Aktion zu gehen, etwas daraus zu machen und zu probieren was passiert.

Was für Effekte wird das auf unsere Gesellschaft in der Zukunft sein

Beleuchten wir kurz mal die positive Seite dieser übermäßigen Medienkonfrontation. Es ist viel leichter von Dingen zu erfahren. Beispielsweise ist es mittlerweile spielend Leicht von Themen zu erfahren, welche vor ein paar Jahrzehnten noch in dicken Fachbüchern steckten und vielleicht niemals so eine große Interessentenschaft gefunden hätte. Menschen können sich selbst ausdrücken und zeigen, was sie denken und was sie meinen. Auf der anderen Seite kommt jedoch die große Inertia ins Spiel. Inertia steht für die nicht vorhandene Aktion, das stillstehen. Denn das ist oftmals zu beobachten. Wer seinen Tag damit zubringt zu konsumieren, der wird nicht etwas erschaffen haben und ebenso nicht unwahrscheinlich auch eine gewisse Schuld deswegen fühlen.

Das Problem mit dem Dopamin

Wir reden hier von der Konsumsucht. Als ich Anfang 2019 realisiert habe, dass ich genau in einer solchen stecke, habe ich nicht gewusst, wie ich herauskomme. Mehrere Monate hat es gebraucht, dass ich die ersten Schritte dagegen gegangen bin und mehrere Jahre bis ich endlich begriffen habe, wie ich ein gesundes Verhältnis dazu aufbaue. Als ich meinen Instagram Account vor 2 Jahren deaktiviert habe, wurde ich schräg angeschaut. Einige kamen auf mich zu und meinten, dass sie das auch immer machen wollten, sich aber nicht überwinden konnten und andere haben es einfach nicht verstanden, warum ich diese semiperfekte Welt weggebe und versuche in der Realität mein Leben auf eine Bahn zu bekommen, die ich wirklich haben möchte und mir nicht vom Konsensus vorgeschrieben wird. Durch diesen übermäßigen Konsum und die kleinen Kicks an Glücksgefühlen entsteht eine Überreizung der Rezeptoren für diese. Diese Überreizung sorgt dafür, dass man immer mehr davon haben muss, um das gleiche Level an Glückskicks zu haben. Das ist, was die Unternehmen nutzen, das ist was der Schlüssel hinter dem Erfolg der großen sozialen Medien ist. Ein perfekt optimiertes System, um die Nutzer süchtig zu machen.

Unlust und Willensschwäche

Dieses Phänomen ist natürlich etwas, was so oder so in der Jugend vorkommt, auf Grund der Prozesse im Gehirn zu dieser Lebenszeit. Aber dadurch, dass genau diese Prozesse gehijackt werden, um eine Konsumsucht zu erzeugen, ist das der neue Weg um einfach die eigene Zeit zu verbringen. Es besteht wenig Lust dazu wirklich etwas kleines zu bewegen, um langfristige Ziele anzusprechen und ebenso besteht wenig Willenstärke im Bezug auf Anstrebungen und persönliche Träume.

Wie könnte gesunder Konsum aussehen?

Diese Frage ist meines Erachtens nach nur rein hypothetisch, da von dem Konsum der Generation Z, sowie allgemein vom Konsum der Menscheit, wirtschaftsstarke Unternehmen profitieren, deren einziges Ziel ist, dass die Nutzer möglichst viel Zeit auf ihrer Plattform verbringen, damit mehr Werbungen angeschaut werden und im Endeffekt mehr Geld fließt. Gesunder Konsum würde Grenzen setzten. Denn Weniger ist garantiert mehr. Vor allem wenn es um Informationen geht. Gesunder Konsum würde bedeuten, dass mehr der Fokus darauf gelegt wird zu bilden anstatt pur dafür zu sorgen, dass jemand sich in der Plattform verliert durch harrgenau spezifizierte Empfehlungen. Gesunder Konsum würde ebenfalls bedeuten, dass der Fokus deutlich mehr auf die Kommunikation und Vernetzung gelegt wird zwischen den Menschen anstatt diese Wand der Dritten zu betrachten, welche fernab von einem selbst liegen.

Maximilian Jendrall

Maximilian Jendrall

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